Weihnachten 2010

25.12.2010

 

Gestern war Weihnachten, diesmal schien es mir wesentlich ruhiger als sonst. Ich habe zwar ein stressiges Jahr hinter mir, was die Arbeit und die Gesundheit angeht, dennoch scheint diesmal alles langsam und ruhig auszuklingen. Oder ist es einfach nur die Erfahrung? Plant man vielleicht langsam immer besser und ein solches Fest ist dann routinierter? Früher kam Weihnachten immer so plötzlich, heute habe ich bereits Anfang Dezember alles zusammen, freue mich auf das Kekse-Backen 1 oder 2 Tage vor dem Fest und habe die Pute bereits vor Weihnachten bezahlt (sie lag allerdings noch bis zum 23.12. in der Gefriertruhe des Händlers, da 12 kg nicht in mein Gefrierfach passen. Dann aber habe ich sie geholt und gaaaanz langsam aufgetaut. Am 24.12 dann gegen Mittag wurde der Vogel tourniert, auf den Rücken in eine Bratform gelegt, fein mit Butterstückchen gespickt, mit einer Honig/Butter/Paprika Mischung eingepinselt und dann gaaaanz langsam im Backofen gegart. Gut Ding will Weile – also ich rechnete mal mit 7 Stunden, beginnend mit 180° Grad und jede Stunde 10° Grad erhöhen, die ersten 4 Stunden mit einer Alufolien geschützt und die restlichen 3 Stunden ohne diesen Schutz,  blieb sie fein saftig und wurde außen gut knusprig.

Warum Pute, warum nicht Gans? Ganz einfach, Gans gibts hier nicht. Ist schon massiv schwierig, hier ab und an mal eine Ente aufzutreiben, aber ein Gans im Fleischerladen oder Supermarkt zu verlangen ist so ungewöhnlich, dass du anschließend angestarrt wirst, als wärest du von einem anderen Planeten. Gänse gibts hier nur in Filmen aus Europa, ansonsten hat hier auch noch nie einer eine Gans gesehen, geschweige denn, eine Gans zu Weihnachten braten wollen.  Also vergessen wir die Gans und arrangieren uns mit der Pute.  Bei mir hat es also für 10 Personen circa 12 kg Pute zusammen mit Brokoli, Pfirsichen, Cashew-Kernen und Apfelrotkohl gegeben. Unsere Gäste brachten noch eine Salpicao, einen Bacalhao und eine schwere Schokoladencreme als Nachtisch mit, während Beatriz noch eine Maracuja-Creme oben drauf setzte. Es war göttlich lecker und, wie immer an Weihnachten, blieb viel zu viel übrig, obwohl selbst Felicia fleißig mitgeholfen hatte.Weihnachstpute

Den Apfelrotkohl mag hier eigentlich keiner, jeder nippt nur ein bischen dran aus Höflichkeit, aber für mich gehört das einfach zu Weihnachten und festlichem Geflügel dazu, das ist wohlmöglich tiefdeutsch genetisch bedingt. Was hier jeder liebt und gerne ißt war die Salpicao, ein brasilianischer Salat mit klein geraspeltem Gemüse, Rosinen, Äpfeln kleingezupftem Hähnchenfleisch, angemacht mit etwas Majonaise und Naturjoghurt. Ich mag den Salat auch sehr gerne und werde später mal das Rezept für euch in diesem Blog veröffentlichen.

Am 25.12. habe ich dann, mit der freundlichen Hilfe von Felicia, das Gerippe abgepult, diese Nachputzarbeit habe ich schon immer gern getan, da am Knochen direkt das beste Fleisch sitzt. Danach haben wir nochmal einen Berg Putenklein für den Gefrierschrank gehabt, da werde ich mal was draus zaubern. Ich denke über sauer einlegen nach, an so etwas habe ich mich noch nie drangewagt. Aber selbstgemachte Putensülze wäre ja mal was feines. Felicia hat solche Gedanken nicht, sie kennt nur das jetzt und heute und das ist eben klasse, wenn man beim Gerippeputzen ordentlich was abbekommt und wenn man eine feine Nase hat, die einem verspricht, dass da im Gefrierschrank noch viel mehr auf einen wartet.Felicia

Ich schwinge mich jetzt jedenfalls auf mein Gedankenfahrrad, so nenne ich mein Ergometer, das auf unserer Veranda steht, und das ich (fast) täglich benutze. Ich habe es vor einigen Monaten gekauft, ein richtig professionelles Teil mit Anzeige von Watt und Kilometer und verbrauchten Kalorien und zurückgelegten Kilometern und, das ist wichtig, mit einer Pulsanzeige. Ich strampel mir ein paar Kalorien runter, schaue den Leuten am Strand und auf der Promenade zu und lassen meinen Gedanken freien Lauf. Dabei denke ich über Erzählenswertes nach, beginne in Gedanken einen Artikel zu formulieren und, wenn er gut ist, veröffentliche ich ihn hier für Euch. Momentan denke ich an eine Tour mit gemieteten Buggies, die wir mal am Strand entlang der Südküste gemacht haben. Aber jetzt erstmal strampeln….

Ergometer

Ergometer

Felicia

3 Comments for this entry

  • Kerstin Mummert-Hake sagt:

    Hallo Christian,
    heute ist Weihnachten zu Ende (schade) die Waage zeigt 2 kg mehr nach Fondue, Perlhühnern, Raclette und kiloweise Vanillekipferln – und der Weg zum Fitnesscenter erscheint mir durch den tiefen Schnee unüberwindlich, da wäre solch ein Cross-Trainer tatsächlich was Feines. Aber in unserer Wohnung, ins Wohnzimmer? Kein Platz. In die Küche? Auch kein Platz. Auf dem Balkon? Zu kalt. Ich werde im Internet mal nach faltbaren Geräten Ausschau halten.
    Wie du auf der Terrasse mit tollem Sightseeing beim Training, davon können wir hier nur träumen.
    Ich wünsche dir und deinen Frauen fürs kommende Jahr Gesundheit mit weiterhin regelmäßigem Training und viel Glück für alle deine Projekte.
    Liebe Grüße
    Kerstin und Familie

  • Michael sagt:

    Na das hört man gern … sitzt in der Sonne und genießt ein ruhiges Weihnachtsfest. Gegönnt sei es Dir – zumal ich aus Erfahrung weiß, dass Dein Silvester in Bessa definitiv nicht ruhig wird (es sei denn, Ihr macht Euch für die Nacht der Nächte aus dem Staub). Und sei mit Deinem Gedankenfahrrad vorsichtig – wenn sich das löst und nen Satz nach vorn macht, geht es steil bergab :-)

  • Brigitte sagt:

    Ich hoffe ihr hattet schöne Weihnachtstage mit der Familie u. Ich wünsche euch ein frohes u. Gesundes 2014 Kommt gut ins neue Jahr . Liebe Grüße aus visbek

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